instant

from the archive

Category: Text

Alternative für gar nichts

Die AfD ist die deutscheste aller Parteien. Die Alternative fD ist das parteigewordene Klischee des rechthaberischen, sauertöpfischen Deutschen. Man streitet noch wie stramm rechts sie sind, aber stramm öde sind sie auf jeden Fall. Weltanschauungen aus dem letzten Jahrtausend sollen eine Alternative sein? Danke nein, da werde ich lieber Salafist, die haben wenigstens schicke Hipsterbärte.

Weil sie kein Konzept für die Zukunft haben, bedienen sie sich im Krämerladen der Vergangenheit. Hier ein bisschen völkisch, dort ein wenig tausendjährige Geschichte. Der kleine Bernd möchte aus der EU abgeholt werden und heim ins Reich. Dort war alles dufte. So sauber und rein und ordentlich und übersichtlich. Deutsch eben.

Und langweilig. Die Provokationen werden sich irgendwann abnutzen. Das Geschrei und die Untergangshysterie werden keinen mehr interessieren und während sich alle anderen noch auf der Party vergnügen wird die AfD zum Strand gehen und die Liegen mit schwarz-rot-goldenen Handtüchern reservieren.

Die Vergangenheit ist vergangen, sie kommt nicht wieder. Die schöne tausendjährige deutsche Sprache ist da ziemlich deutlich. Das versteht eigentlich jedes Kind und wer es nicht versteht der kann keine Alternative sein. Weder für Deutschland noch für sonst was.

Herr T.

Herr T. hatte eine Mission. Er wollte den größten Haufen machen. Er ging ins Badezimmer und betrachtete sich im Spiegel. “Ja, ich kann! Ich werde den größten Haufen machen. Ich werde es allen zeigen.” Dann ging er ans Werk. Ich erspare dem geneigten Leser die Details, nur so viel: Leicht war es nicht, doch es hatte sich gelohnt. Der Haufen war enorm. Noch nie hatte ein Mensch etwas derart gewaltiges hervorgebracht. Herr T. war begeistert. Er machte ein Foto und postete es auf Twitter. “Geiler Scheiß”, “Hammerhaufen”, 295.584 retweets und 497.388 likes. Herr T. war sehr zufrieden mit sich. Er ging zu Bett und träumte davon ein großer Mann zu sein. Am nächsten Tag war die Toilette verstopft, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Mode

Ein Ladegeschäft in Berlin Mitte. Im Angebot: Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose. Im Laden: Die zu Qualifizierenden und eine Tafel. Darauf steht: FASHIONBLOGGERIN. Es ist Fashion Week.

Olympia

Ich träumte eine Synchronschwimmerin zu sein. Meine Synchronschwimmerinnenkolleginnen waren ständig aus dem Takt, meine Schminke war nicht wasserfest und ins Becken hatte jemand LSD gekippt. Danach wurde der Traum etwas wirr und am Ende wurde unser Team disqualifiziert weil sich ein Mann eingeschlichen hatte.

Die Meinung

Der Westen ist an allem schuld, der Osten aber auch!
So hörte ich das gestern noch, so glaube ich bei Jauch.

Du bist dumm, die Welt komplex, nur ich weiß voll Bescheid.
Wer das nicht glaubt, der ist Faschist, so ist es, tut mir leid.

Ein Jeder meint im Recht zu sein und doch ist es ein Jammer.
Die Meinung, sie ist kein Skalpell, sie ist ein Vorschlaghammer.

Vertrocknungsangst

Es dachte sich das Wasser.
“Ich war schon einmal nasser.”

“Doch heute, wie’s mich deucht,
bin ich nur noch feucht.”

“Und morgen”, denkt’s erschrocken,
“bin ich bestimmt schon trocken”.

Street photography

There are a lot of “manuals” how to do street photography. Most of them are crap and focus mostly on technical aspects. Others tell you how to shoot people in the streets like they are wild animals in a nature reserve. I am not really a good street photographer but what I’ve learned so far is this: To do good street photography you have to love and respect people and everything they do and learn to edit for god’s sake. Ditch your zoom lens and stay in the open, the chance that you get punched in your face will help you to adjust your attitude towards other people. Play nice, walk a lot around and if your photo is crap it won’t help anyone to convert it to black and white.

Der starke Mann

Der starke Mann steht auf dem Podium und präsentiert sein Glied. Es ist eher so mittelprächtig, doch dem Volk erscheint es, durch geschickte Ausleuchtung unterstützt, riesengroß. Außerdem ist es in den Landesfarben angemalt. Bravo und Jawoll ruft das Volk und ist voll der Freude. Einige Damen und Herren fallen in Ohnmacht. Der starke Mann nimmt sein Gemächt und weist damit den Weg in die Zukunft, eine schöne, eine starke Zukunft. Alles wird gut werden.

Hört, hört, ruft das Volk und schaut, schaut, kein Mensch steht hier sondern ein Held der uns in das goldene Zeitalter führen wird dass wir so sehr verdient haben. Dieser Penis wird uns retten, denkt das Volk und nur dieser eine kann uns erlösen. Sein Glanz überstrahlt die Angst, seine Härte kennt kein Nachgeben und keine Kompromisse. Nimm mich, jubelt das Volk und ficke unsere Feinde. Zeige uns die Liebe zum Vaterland und mach uns groß.

Aus “Der feuchte Traum des Volkes gebiert Ungeheuer” von Francisco Freud

CETA

Jetzt wissen wir also alle wo die Wallonie liegt. In Europa, in Belgien und, so wie die Dinge gerade liegen, im Auge des Orkans der gerade CETA durcheinander wirbelt. Vermutlich ist das Ganze nur ein PR-Stunt des wallonischen Tourismusmarketings. Well played! Oder auch nicht.

Die belgische Politik scheint ähnlich unübersichtlich zu sein wie die europäische oder das CETA-Vertragskonvolut. Unübersichtliche Verträge mit unabsehbaren Konsequenzen unterschreibt man besser nicht, es sei denn man kann noch einen Extradeal aushandeln. Das nennt sich Freihandel und Freihandel ist gut, oder auch nicht.

Internet of minds (IoM)

Mama?

Ja, mein Kind?

Wenn ich einmal tot bin, komme ich dann in den Himmel?

Du glaubst noch an den Himmel? Wie süß!

Aber, komme ich dann in die Hölle?

Nicht wirklich.

Wohin denn dann?

Dein Gehirn wird digitalisiert und dann wirst du in die Cloud hochgeladen.

Und dann?

… arbeitest du in der Kundenbetreuung bei Amazon.

%d bloggers like this: